Gegrillte Nackensteaks

Von Sebastian
18.07.2018

Gerade in so einem herrlichen Sommer steht Grillen doch hoch im Kurs und ein schönes Schweinenacken-Steak gehört doch mit zum Standard auf deutschen Grills. Sie sind saftig, würzig und einfach lecker - besonders, wenn man sie selber aus dem Nacken schneidet und nach eigenem Geschmack würzt.

Das Nackensteak ist ja wirklich ein Klassiker auf dem Grill. Leider aber haben sich diese fertig abgepackten, farbenfroh in Orange, Grün und Rot leuchtenden, marinierten Stücke dabei immer mehr durchgesetzt. Dabei überlagert diese Marinade doch den Eigengeschmack des Fleisches und erzeugt oftmals ein Flammenchaos auf dem Grill - denn wer wischt die Marinade schon runter, wie man es eigentlich sollte?

Für mich sind qualitativ gute Lebensmittel schon wichtig, wobei es dabei gar nicht mal auf den Preis ankommen muss. Ein gutes Nackensteak, fertig mariniert vom Metzger, ist doch schon deutlich besser, als diese Industrieprodukte. Wenn ich aber hingehe und mir einen halben, oder einen ganzen Schweinenacken mitnehme, kann ich die Steaks ganz nach meinen Wünschen schneiden und würzen, außerdem bleibt vielleicht sogar noch ein Stück für einen leckeren Sonntagsbraten übrig.


Viel Arbeit hat man mit so einem großen Stück nicht. Das Fett sollte man weitestgehend dran lassen und so habe ich habe lediglich ein paar unschöne Stellen entfernt.
Die einzelnen Steaks schneide ich ein klein wenig dicker - so bleiben sie saftiger und das Verhältnis zwischen dem Eigengeschmack des Fleisches und dem Gewürz ist ausgewogener - der Eigengeschmack kommt besser durch und wird eben nicht vollständig überlagert.



Gewürze, so genannte Rubs kann man ja schon fertig gemischt kaufen. Inzwischen gibt es im Internet und in den Supermärkten, besonders aber auch in Grillfachgeschäften Produkte von Herstellern, die wirklich gut sind - ohne große Zusatzstoffe.
Wer mag kann sich sein Rub aber auch selber mischen. Dafür muss man die heimische Gewürzauswahl anfangs meist etwas aufstocken, mit der Zeit macht sich das aber bezahlt.

Ich will hier mal zwei bekannte Rezepturen vorstellen, die beide ganz hervorragend zu Schweinefleisch passen.

Magic Dust
• 1/2 Tasse Paprikapulver (mild)
• 1/4 Tasse Salz
• 1/4 Tasse brauner Zucker
• 2 TL Senfpulver
• 1/4 Tasse Chilipulver
• 1-2 TL Kreuzkümmel (Cumin)
• 2 TL schwarzer Pfeffer gemahlen
• 1/4 Tasse Knoblauchpulver
• 2 TL Cayennepfeffer
• 1 TL Knoblauchpulver

Eigentlich kommt deutlich mehr Kreuzkümmel (1/4 Tasse) in die Mischung. Da Kreuzkümmel aber gewöhnungsbedürftig ist und vielen nicht so schmeckt, habe ich die Menge etwas reduziert.


Butt Glitter Rub
• 6 EL Paprika edelsüß
• 3 EL Salz
• 3 EL Zucker (weiß)
• 2 EL Kreuzkümmel (Kreuzkümmel gemahlen)
• 2 EL Knoblauchpulver
• 2 EL Zwiebelpulver
• 1 EL Oregano
• 1 EL Pfeffer (schwarz gemahlen)
• 1 EL Chilipulver
• 1 EL Selleriesalz

Diese Mischungen kann man sich dann auf Vorrat machen. Anschließend einfach in einem Glas trocken und luftdicht verschlossen, dunkel lagern. Dann hat man immer etwas zur Hand, wenn es schnell gehen soll.

Man gibt das Gewürz über das Fleisch, nicht zu dick und massiert es anschließend gut ein. Das Fleisch darf dabei ruhig leicht feucht sein, dann halten die Gewürze besser. Öl sollte man nicht dazu geben, da die Aromen dann nicht so gut ins Fleisch einziehen. Außerdem tropft das Öl dann später in die Glut und man hat wieder mit Flammenbildung zu kämpfen.
Wenn die fertig gewürzten Stücke dann noch ein wenig ziehen können (mindestens 30 Minuten) ist das sicher von Vorteil - man kann aber auch direkt auflegen.
Von beiden Seiten grillen und anschließend noch etwas nachziehen lassen - fertig.

Leckere Nackensteaks vom Grill, schön saftig und aromatisch, ein echter Genuss! Vielleicht mit ein paar Potatoe-Wedges und etwas selbst gemachtem Tsatsiki

Tsatsiki
• 500 g griechischer Joghurt
• 2 Salatgurken
• 5 Knoblauchzehen
• einige Spritzer Zitronensaft
• 1⁄2 Bund Petersilie
• 1⁄2 Bund Dill
• Salz und Pfeffer
• Olivenöl

Probiert es einmal mit griechischem Schafsjoghurt, der ist zwar nicht ganz so cremig, schmeckt aber ein klein wenig intensiver.

Die Gurken halbieren und das Kerngehäuse entfernen. Dann werden sie über eine Reibe geraspelt. Anschließend salzen und in einem Küchensieb Wasser ziehen und abtropfen lassen.
Die Knoblauchzehen kurz schälen und in den Joghurt reiben (ggf. pressen). Den Joghurt mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft und Olivenöl abschmecken. Jetzt noch die Kräuter hacken und zusammen mit den Gurkenraspeln unter den Joghurt heben.


Ich wünsche guten Appetit!

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