Es ist Zeit für Grünkohl

Von Sebastian
15.12.2019

Die Palme des Nordens, die friesische Palme, oder auch Winterkohl, Federkohl, Braunkohl und noch einige mehr - Namen hat dieser Kohl viele. Grünkohl ist etwas, was für mich einfach in den Winter gehört. Wenn der erste Frost durchs Land gezogen ist, wächst die Lust auf einen schönen kräftigen Grünkohl-Eintopf. Varianten gibt es da so einige und hier kommt meine - Grünkohl süß-malzig-deftig.

Grünkohl-Eintöpfe unterliegen deutlichen, regionalen Unterschieden. Alleine schon die Frage, ob man die Kartoffeln mit in den Topf gibt, oder macht man sie separat? Salzkartoffeln oder Bratkartoffeln? Mettwürstchen? Kassler? Speck? Bregenwurst? Pinkel?

Pinkel ist übrigens eine geräucherte, grobe Grützwurst, die im Nordwesten Deutschlands typisch ist.

Einig ist man sich darin, dass der Grünkohl in den Winter gehört und Frost gesehen haben soll. Durch den Frost soll einerseits Stärke in Zucker umgewandelt werden, oder Bitterstoffe abgebaut werden. Tatsächlich aber verbraucht die Pflanze bei der Kälte einfach weniger Zucker, produziert ihn aber weiterhin. Im Ergebnis wird der Grünkohl also schmackhafter.


Als ich mir diesen schönen Kohl, den man auf dem Bild sieht, besorgt hatte, kam die Frage nach der Zubereitung. Meine Mutter hat Grünkohl immer zusammen mit den Kartoffeln als Eintopf zubereitet. Hier wollte ich aber einmal Bratkartoffeln dazu haben.
Wer Grünkohl ohne Kartoffeln kocht, gibt meist etwas Mehl, Stärke oder Haferflocken dazu. Hier kam mir der Gedanke, dass Pumpernickel, den ich ja gerne für Soßen verwende, doch gut passen müsste!?
So bekommt der Grünkohl eine ganz andere Note. Dieser malzig-süße Geschmack kam voll durch und passt meiner Meinung nach unglaublich gut.


Hier die Zutaten für 2 ordentliche Portionen:

1 kg Grünkohl
2 Zwiebeln
3 Scheiben Pumpernickel
1-2 EL Senf
1 L Brühe
4 geräucherte Mettwürste
etwas Speck
Salz und Pfeffer und ein wenig Zucker

Wer mag kann ein bisschen Kümmel dazu geben, um den Kohl bekömmlicher zu machen.


Was ich nur empfehlen kann, wer die Zeit hat, sollte das Gericht einen Tag im Voraus zubereiten und eine Nacht ziehen lassen. So entwickelt sich der Geschmack besonders gut!

Zu Beginn muss man die zarten Blätter erst einmal von den dicken Stielen zupfen und ordentlich waschen. Dabei sollte man das Wasser schon 2-3 mal wechseln, da zwischen den krausen Blättern viel Sand steckt, der sonst unangenehm zwischen den Zähnen knirscht.
Natürlich kann man den Grünkohl dann auch in kochendem Wasser blanchieren und anschließend unter kaltem Wasser abschrecken. So gestaltet sich die weitere Zubereitung etwas leichter und man kann den Kohl ggf. auch kurz mit einem Küchenmesser durchhacken, es geht aber auch ohne.

Dann wird die Zwiebel geschält und gewürfelt und der Pumpernickel wird ebenfalls in kleine Würfel geschnitten. Den Speck habe ich diesmal in Scheiben geschnitten, ansonsten würde man ihn ebenfalls würfeln.

Einen großen Topf heiß werden lassen und den Speck darin auslassen. Dann gibt man die Zwiebeln und den Pumpernickel dazu und brät beides mit an. So entwickelt sich der intensive, malzig-süße Geschmack des Pumpernickels besonders gut.

Dann kommt der Grünkohl dazu und wird mit einem Teil der Brühe angegossen. Den Senf dazu geben, Deckel auf den Topf und erst einmal für 45-60 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen. Zwischendurch gelegentlich etwas durchrühren, damit sich die Zwiebeln und der Pumpernickel gleichmäßig im Kohl verteilen. Nach der Zeit wird nochmals etwas Brühe zugegeben und die geräucherten Würste werden oben auf gelegt. So darf der Kohl weitere 30 Minuten köcheln.

An dieser Stelle habe ich den Kohl abkühlen und bis zum nächsten Tag stehen lassen.


Am Folgetag habe ich den Kohl dann wieder aufgewärmt und parallel Speck und Bratkartoffeln zubereitet. Alles zusammen serviert - einfach herrlich! Deftig, süß, intensiv aromatisch, der Speck, die Würste, zusammen mit den Bratkartoffeln, ein Wintergericht wie man es sich wünscht.
Probiert es doch einfach einmal aus, das Ergebnis war wirklich richtig lecker und sättigend.

Ich wünsche jedenfalls guten Appetit.

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